Atomwaffen abschaffen!

Oldenburg, 9.04.05 - Einen symbolischen „Schutzwall für das Völkerrecht“ haben 15 Jugendliche der Greenpeace-Jugendgruppe Oldenburg heute zwischen 11.00 und 17.00 Uhr in der Oldenburger Innenstadt errichtet. Der Schutzwall besteht aus 500 einzelnen Holz-Bauklötzchen. Jeder dieser Bauklötzchen trägt eine Unterschrift für die Abrüstung aller Atomwaffen weltweit und den generellen Verzicht auf kriegerische Gewalt als Mittel der Politik.

Mit insgesamt 20.000 Bausteinen ergeben die Teilstücke des Schutzwalls, die von Oldenburg bis Heidelberg und von New York bis Nagasaki gesammelt werden, einen bisher 70 Meter langen und ein Meter hohen Wall. Im Mai werden alle Teilstücke im New Yorker Central Park anlässlich der Verhandlungen des Atomwaffensperrvertrags (NPT) zusammengefügt.

Mit dieser Aktion unterstützen die Greenpeace-Jugendlichen die „Aktion Völkerrecht“, eine Initiative von 9 Heidelberger Schulsprechern, die im Jahr 2003 anlässlich des Irak-Krieges ins Leben gerufen wurde. „Die Politik soll die längst beschlossene Abrüstung der Atomwaffen endlich in die Tat umsetzen.“ fordert der 16jährige Selma Tien aus der Oldenburger Greenpeace-Jugendgruppe, „Deshalb unterstützen wir die „Aktion Völkerrecht“ beim Bau des Schutzwalls.“

Nach den Atomwaffensperrvertrag–Verhandlungen in New York reist der Schutzwall weiter nach Nagasaki und Hiroshima. Dort wird er an den 60. Jahrestag der Atombombenabwürfe während des 2. Weltkriegs erinnern. „Wie kann es sein, dass die Gefahr eines Atom-Kriegs 60 Jahre nach den schrecklichen Atombombenabwürfen von Hiroschima und Nagasaki immer noch existiert?“ fragen sich nicht nur viele Jugendliche.

Auch 15 Jahre nach dem Ende des so genannten „Kalten Krieges“ ist unsere Welt noch voller Atomwaffen. Nach verschiedenen Schätzungen lagern weltweit etwa 16.500 Atomsprengköpfe , der Löwenanteil in den USA und Russland. Mit dem Atomwaffensperrvertrag von 1970 hat sich die Völkergemeinschaft verpflichtet, die Gefahr eines nuklearen Wettrüstens zu bändigen. Staaten die 1967 noch keine Atomwaffen besaßen, wurde durch den Vertrag verboten, diese zu bauen oder zu kaufen. Die Atommächte hingegen gingen im Gegenzug die Verpflichtung ein, ihre Atomwaffen schrittweise abzurüsten. Ab dem 2. Mai 2005 werden in New York die Weichen für die Zukunft gestellt. Es geht in diesem Jahr nicht um „business as usual“, sondern darum, ob einem neuen nuklearen Wettrüsten Tür und Tor geöffnet wird oder ob der Atomwaffensperrvertrag erhalten, vielleicht sogar verschärft wird.

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