FingeRWEeg von Belene

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"Hoffentlich nicht Allianz-versichert" - Greenpeace geht gegen den Bau vom Belene-AKW auf die Straße

 Bei "strahlender" Sonne fanden heute am 7.3.09 in Oldenburg Proteste in Form einer Demonstration gegen RWEs Investition in das bulgarische Atomkraftwerk Belene statt, welches in einem Erdbebengebiet gebaut werden soll. Da die Allianz RWEs größter deutscher Einzelaktionär ist und im RWE Aufsichtsrat sitzt, demonstrierte GREENPEACE Oldenburg unter dem Motto „Hoffentlich nicht ALLIANZ versichert!“. Die Ehrenamtlichen der Jugend AGs JAGS und die Gruppe Oldenburg informierten Passanten über RWEs geplante Atomgeschäfte sowie die Bedeutung der Allianz in diesen Geschäften. Die Aktivisten verteilten Flyer mit der Aufschrift: „Hoffentlich nicht ALLIANZ versichert - FingeRWEg von Belene“, sowie „Anti-Atom-Luftballons“ und forderten Passanten zum Öko-Stromwechsel auf. Die Aktion fand im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche statt, zu der die Umweltorganisation urgewald und die Anti-Atominitiative .ausgestrahlt aufgerufen haben.

Bundesweit gab und gibt es weiterhin in über 40 Städten Proteste.

Im Zentrum des Protests stehen RWEs Pläne, über 1,5 Milliarden Euro in den Bau eines Atomkraftwerks russischen Designs in Bulgarien zu investieren. Das Projekt heißt Belene und soll in einem Erdbebengebiet in Nordbulgarien gebaut werden. 1977 kam es wenige Kilometer vom geplanten Belene-Standort zu einem starken Erdbeben, bei dem 120 Menschen starben. Der Jahrestag des Bebens jährt sich am 4.März. Sogar der ehemalige Chef der bulgarischen Atomaufsicht warnt eindringlich vor der Realisierung des Projekts. RWE-Chef Großmann jedoch beharrt auf dem AKW-Bau mitten in der Gefahrenzone. Engagierte bulgarische Umweltschützer erhielten im letzten Dezember Morddrohungen – aber auch das interessiert den RWE-Chef nicht.

„Belene ist ein Atomkraftwerk, das die ALLIANZ niemals versichern würde“, erklärt Stefanie Schwarz von GREENPEACE Oldenburg. „Da die Allianz im Aufsichtsrat über RWEs Investitionen mitentscheidet, ist es eine Frage der Glaubwürdigkeit, nicht tatenlos zuzusehen, wie die Sicherheit von Millionen Europäern gefährdet wird.“

„Belene ist nur die Spitze des Eisbergs“ sagt Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald. „Der Konzern will darüber hinaus Atomkraftwerke in Litauen, Großbritannien und den Niederlanden bauen. Und in Cernavoda in Rumänien, wo der Standort ebenfalls sehr erdbebengefährdet ist. Zudem teilt Cernavoda mit Belene Probleme wie schwache Aufsichtsbehörden, verbreitete Korruption und die ungeklärte Lagerung der radioaktiven Abfälle. Ausgerechnet ein Lebensversicherer wie die Allianz darf solche Projekte nicht mittragen.“

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