Fukushima Atom-GAU Flashmob

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Wir haben heute auf dem Oldenburger Schlossplatz an den Jahrestag Reaktorkatastrophe von Fukushima mittels Flashmob erinnert. Der Frühjahrs-Flohmarkt auf dem Schlossplatz eignete sich hier besonders gut als Kulisse.
Anbei die Rede, die während des Flashmob gehalten wurde.

Heute vor sechs Jahren begann die dreifache Atomkatastrophe von Fukushima. Wegen der frei werdenden radioaktiven Strahlung mussten etwa 160.000 Menschen aus einem Radius von 20 bis 50 km um das Kraftwerk ihre Häuser verlassen. In Folge der Katastrophe wurden alle japanischen Atomkraftwerke vorläufig stillgelegt.

Heute, sechs Jahre nach dem Unglück, drängt die japanische Regierung die früheren Anwohner teilweise wieder dazu, in ihre alten Häuser zurück zu kehren. Seit Anfang März ist die staatliche Unterstützung für etwa 10.000 Haushalte eingestellt. Dabei ist die Gefahr durch die Strahlungsbelastung keineswegs vorüber: Noch im Jahr 2015 wurden von Greenpeace selbst auf den bereits dekontaminierten Flächen Strahlungswerte nachgewiesen, die ein zehnfaches über dem internationalen Grenzwert lagen - und doppelt so hoch waren wie die Werte aus dem Sperrgebiet um Tschernobyl.

Die erhöhte Strahlungsbelastung hat schon jetzt Folgen. Seit dem Unglück wurden bereits 115 Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern aus der Präfektur Fukushima festgestellt. Normal wäre etwa ein Fall pro Jahr. Anders als bei vielen Giften gibt es eben bei radioaktiver Strahlung keinen Grenzwert, unterhalb dessen die Dosis harmlos ist.

Die Entscheidung, die ehemaligen Anwohner nun wieder in ihre alten Häuser zu drängen, ist vor Allem politisch und wirtschaftlich motiviert und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Die japanische Regierung versucht hier, die Folgen des Unglücks herunter zu spielen.Sie scheint weiterhin die Kraftwerksbetreiber und nicht die Opfer der Katastrophe, ihr eigenes Volk, schützen zu wollen. Stattdessen bereitet sie den Wiedereinstieg in die Atomenergie vor. Im September 2015, nach vier atomstromfreien Jahren, ging in Japan erstmals wieder ein Atommeiler ans Netz, weitere sollen folgen. Dies geschieht gegen den Willen der Bevölkerung, die seit der Katastrophe mehrheitlich gegen den Wiedereinstieg in die Atomkraft ist.

Greenpeace fordert:

• Ausstieg aus der Atomenergie, kein Wiederanfahren der abgeschalteten Atomreaktoren
• Ambitionierte Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien
• Kein Zubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke