Kunst und Meeresschutz in Jever

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Das Künstlerforum lädt Greenpeace ein

Der Gesang der Wale klang durch den Lokschuppen in Jever, während die Besucher inmitten von phantastischen Meereswesen standen und dabei von der drohenden Gefahr für alle Meere dieser Welt hörten.

Unter dem Titel „des Meeres Wesen“ präsentierte der Bildhauer Thorsten Schütt seine neuesten Arbeiten. Es sind surreale, abstrakte aber auch gegenständliche Plastiken, die dem Betrachter Spielraum für ganz eigene Entdeckungsmöglichkeiten lassen. Mit seinen Arbeiten möchte Thorsten Schütt auf die Bedrohung der Ozeane und ihre Lebewesen aufmerksam machen. So entschloss er sich vom Verkauf jeder Skulptur 10% an Greenpeace zu spenden.

Bei der Vernissage sprach Kathi Schieber von der Greenpeace-Gruppe Oldenburg und machte auf den kritischen Zustand der Weltmeere aufmerksam. 75% aller Speisefischarten seien bereits überfischt oder kurz davor. Doch nicht nur der Fischfang setzt den Meerestieren zu, „die Meere sind zu Industriegebieten verkommen“, so Schieber, „in der Nordsee beispielsweise gibt es 500 Plattformen zur Öl- und Gasförderung, tausende Kilometer Pipeline sind verlegt, ölhaltiges Produktionswasser und Bohrschlämme gelangen in Wasser und Boden und gefährden Meerestiere und auch Seevögel. Beim Sand- und Kiesabbau saugen Förderschiffe tonnenweise Meeresboden ein, tausende Bodenbewohner finden dabei den Tod, zurück bleiben riesige Löcher.

Und auch der Schiffsverkehr nimmt rapide zu, mehrere hunderttausend Schiffe durchqueren die Nordsee pro Jahr, wodurch die Ölverschmutzung, Müll- und Schadstoffeinträge zunehmen. Auch die atomaren Wiederaufbereitungsanlagen in Sellafield und La Hague leiten ihre radioaktiven Abwässer nach wie vor ins Meer.

Die Arten- und Lebensraumvielfalt nimmt stetig ab, Wasser, Boden, Pflanzen und Tiere sind mit hunderten von Giftstoffen belastet. Nur mit Hilfe von großflächigen Schutzgebieten ist die Arten- und Lebensraumvielfalt der Weltmeere noch zu retten.“ So fordert Greenpeace Schutzgebiete, in denen jede menschliche Beeinflussung verboten.

Erfreulich, dass während der Vernissage und in den weiteren Wochen der Ausstellung viele Besucher diese Forderungen unterschrieben.

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