"Los Genos"- Gentechnik-Wochen

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Oldenburg, 22.7.2000 Vor der McDonald´s-Filiale in der Innenstadt (Lange Straße) in Oldenburg demonstrieren seit heute morgen sieben Aktivisten der Greenpeace Gruppe Oldenburg gegen Gentechnik in Produkten der Imbiss-Kette.

Damit setzen sie die neue, bundesweite Greenpeace-Kampagne gegen Gentechnik im Essen fort, die am Mittwoch in München begonnen hat. Der Grund: Die Hähnchen, die McDonald´s zu Chicken McNuggets und McChicken Burger verarbeitet, werden mit genmanipuliertem Tierfutter gefüttert. Umweltschützer mit Hühnermasken verteilen Flugblätter und informieren die Kunden. Vor dem Lokal haben sie ein Transparent mit der Auf-schrift "Keine Gentechnik im Essen!" aufgestellt und Aufkleber auf den Fenstern der Fast-Food- Filiale angebracht.

Von Greenpeace in Auftrag gegebene Analysen haben ergeben, dass das Futter der McDonald´s-Hähnchen gentechnisch veränderte Soja enthält. "Über das Tierfutter landet die Gentechnik - qua-si durch die Hintertür - mit Milch, Eiern und Fleisch wieder auf unseren Tellern", sagt Matthias Lange von der Greenpeace Gruppe Oldenburg. "Die Mehrheit der Deutschen will keine Gentechnik im Essen, und danach sollte sich auch McDonald´s richten. Wer genmanipuliertes Tierfutter ein-setzt, führt die Verbraucher hinters Licht." Der Absatz für genmanipulierte Lebensmittel ist in Deutschland wegen der Ablehnung der Ver-braucher zwar fast zum Erliegen gekommen. Doch genmanipulierte Produkte wie Maiskleber und Sojaschrot aus den USA, Kanada und Argentinien werden weiterhin an Tiere verfüttert. Über das Futter gelangt wesentlich mehr Gentechnik in das Essen der Deutschen als über direkte Zutaten in Nahrungsmitteln: 80 Prozent der nach Deutschland importierten Soja- und Maispflanzen werden zu Tierfutter verarbeitet. "Die Risiken von genmanipulierten Pflanzen sind unbekannt und nicht kalkulierbar, ob sie nun für Menschen oder Tiere bestimmt sind. McDonald´s und andere Lebensmittel-Produzenten müssen deshalb garantieren, dass ihre Produkte ohne Gen-Futter hergestellt werden", fordert Lange.

Trotz des großen Angebots von genmanipulierten Nahrungsmitteln ist gentechnikfreie Ware in aus-reichenden Mengen auf dem Markt erhältlich. Handelsketten wie Tesco in England oder Carrefour in Frankreich haben bereits auf die Wünsche der Verbraucher reagiert und zugesichert, alle tieri-schen Produkte künftig ohne genveränderte Futtermittel zu erzeugen. Auch die US-Firma Cargill, einer der größten Getreidehändler der Welt, hat angekündigt, in diesem Jahr große Mengen ga-rantiert gentechnikfreier Soja in Europa als Tierfutter zu verarbeiten und anzubieten.

An der neuen Greenpeace-Kampagne gegen Gentechnik im Essen können sich Verbraucherinnen und Verbraucher über das Internet beteiligen. Unter www.greenpeace.de/genfutter können sie unter anderem Protestmails an McDonald´s schicken.

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