Russland versinkt in Öl

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Oldenburg, 17. 6. 2000. Mitglieder der Greenpeace Gruppen Oldenburg und Emden informieren heute auf der DEA-Tankstelle an der Cloppenburger Straße die tankenden Autofahrer und den Tankwart über die maroden Öl-Pipelines in den russischen Ölfördergebieten, aus denen DEA Teile seines Rohöls bezieht.

Die Umweltschützer entrollen ein Transparent mit der Aufschrift: "Russland versinkt in Öl - Ölmultis sehen zu" und verteilen Flugblätter an die Autofahrer. Großformatige Fotos zeigen in Ölseen versunkene Wälder und ölverschmierte Flüsse. Die Autofahrer müssen beim Verlassen der Tankstelle einen "Ölsee" passieren, der durch schwarze Folie auf dem Boden vor den Ausfahrten symbolisiert wird. Florian Rommerskirchen, Öl-Ansprechpartner der Greenpeace Gruppe Oldenburg: "Wer russisches Erdöl kauft und verarbeitet, kann nicht einfach die Augen vor den katastrophalen Umweltschäden im Herkunftsgebiet dieses Öls verschließen. Pro Sekunde laufen in Westsi-birien 500 Liter Öl aus kaputten russischen Öl-Pipelines in die russische Taiga und verseuchen die Flüsse."

Greenpeace fordert den Ölkonzern DEA auf, gemeinsam mit den russischen Partnern in den Ölfördergebieten Projekte zur Reparatur der Rohrleitungen und zur Reinigung der verölten Landschaften zu finanzieren. Die DEA Mineralöl AG (Tochter der RWE-DEA) trägt eine Mitverantwortung für die Ölpest in den russischen Ölfördergebieten. DEA ist beteiligt an der PCK-Raffinerie in Schwedt im Nordosten Brandenburgs, die ihr Rohöl über die Drushba-Pipeline (Pipeline der Freundschaft) fast ausschließlich aus Russland bezieht. In dieser Raffinerie wird das russische Öl zu Benzin und Diesel verarbeitet und über rund 1600 DEA-Tankstellen bundesweit vertrieben.

Der Greenpeace-Ölexperte Christian Bussau ist gerade von einer mehrwöchigen Expeditionstour in die Komi-Region im hohen Norden Russlands zurückgekommen: "Dort, wo DEA sein Rohöl her bezieht, leckt und tropft es an allen Ecken aus kaputten Öl-Pipelines. Riesige Ölseen bedecken die Landschaft wie eine schwarze Pest. Die Menschen sagen, dass sogar ihr Trinkwasser und ihre Fische nach Öl schmecken." In ganz Russland versickern bei Ölförderung und -transport Jahr für Jahr rund 15 Millionen Tonnen Rohöl im Marktwert von derzeit rund 6,6 Milliarden Mark eine Ölmenge, die dem fast 360-fachen des 1989 bei dem Tankerunfall der Exxon Valdez ausgelaufenen Rohöls ent-spricht.

Deutschland bezieht jährlich mehr als ein Viertel seines Erdöls aus Russland. Die westlichen Mineralölkonzerne müssen gemeinsam mit den russischen Ölfirmen Umweltstan-dards für Ölförderung und -transport entwickeln und umsetzen. Langfristig müssen Sonne, Wind und Wasser den fossilen Energieträger Öl ersetzen.

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