Schluss mit Dieselruß

Media

Oldenburg, 15.11.2002 - Gegen die Weigerung der Autoindustrie, mit einfachen Filtern gefährlichen Dieselruß in den Abgasen zu vermeiden, demonstriert die Greenpeace Gruppe Oldenburg heute am Mercedes-Autohaus Rosier an der Ammerländer Heerstrasse. Die Umweltschützer weisen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Dieselruß macht Krebs - die Autoindustrie macht mit!" weithin sichtbar auf die Gesundheitsgefährdung durch Dieselabgase hin. Die Aktivisten präsentieren einen mit einem Dieselrußfilter nachgerüsteten Mercedes C220 CDI und einen zum "Diesel-Schwein" umgestalteten Mercedes-Serienwagen. Der Rußvergleichstest beider Fahrzeuge belegt eindrucksvoll, dass die Krebs erzeugenden Partikel mit einfacher Technik zurückgehalten werden können.

"Tausende Menschen sterben jedes Jahr an Dieselkrebs. Die deutsche Autoindustrie unternimmt nichts dagegen, obwohl sie die Technik kennt", sagt Matthias Lange, Pressesprecher der Greenpeace Gruppe Oldenburg. Die Autoindustrie muss alle Diesel-Neuwagen mit Filtern ausstatten und ältere Fahrzeuge nachrüsten. Nur so können Erkrankungen durch Dieselruß zukünftig vermieden werden.

Für den Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen und die Weltgesundheitsorganisation WHO ist Dieselruß in den Städten das größte Luftverschmutzungsproblem. Deutsche Diesel-PKW stoßen jedes Jahr fast 9000 Tonnen Ruß aus. Er verursacht jährlich Tausende Todesfälle durch Lungenkrebs und ein mehrfaches davon an anderen Gesundheitsschäden, vorwiegend Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Krebs auslösender Dieselruß könnte schon lange aus den Abgasen deutscher Diesel-PKW gefiltert werden. Nutzfahrzeuge werden seit Jahren mit der entsprechenden Technik ausgerüstet. Die Firma PSA baut zudem seit zwei Jahren serienmäßig Filter in einige Modelle von Citroën und Peugeot ein. Die deutsche Automobilindustrie weigert sich jedoch, trotz geringer Mehrkosten ihre neuen PKW mit Dieselrußfilter auszustatten.

"Anstatt die bereits vorhandene Filtertechnik zu nutzen, versprechen die Autokonzerne andere Lösungen für morgen. Aber das Problem Dieselruß muss heute gelöst werden", so Lange. Die deutsche Autoindustrie begründet ihre Weigerung, die Technik zu übernehmen, mit dem Hinweis auf angeblich bessere, aber erst zukünftig verfügbare Reinigungssysteme. Die Bundesregierung sollte die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen zudem durch Steuervergünstigungen unterstützen.

Publikationen

Tags